Zwei verschiedene Seriennummern stehen für zwei verschiedene Bestandspositionen.
Bei den Feldern Bezeichner 1 und Bezeichner 2 handelt es sich um vom Benutzer oder von bestimmten Verarbeitungen frei erfassbare Felder, die der physischen Abgrenzung zwischen zwei Bestandspositionen dienen. Für die Unterscheidung zwischen zwei Bestandspositionen reicht es also, in diesen beiden Feldern unterschiedliche Werte zu erfassen.
Auch der Koeffizient ist für die Unterscheidung von zwei Bestandspositionen ausreichend (sofern es sich beim Koeffizienten um eine Variable handelt): Wenn alle anderen Daten sich nicht unterscheiden und der Artikel in identische Schachteln verpackt wird, die jedoch entweder zehn Artikel oder acht Artikel umfassen, bedeutet dies, dass sich die beiden Fälle physisch unterscheiden.
Chargen können in Subchargen unterteilt werden (mit Nummerierung). Jede Subcharge entspricht in diesem Fall einer separaten Bestandsposition. Die Chargeneigenschaften, insbesondere die Lieferantencharge, werden in der Chargentabelle gespeichert (dieselbe Bestandsposition kann also nicht zwei unterschiedliche Lieferantenchargen umfassen).
Bestandspositionen mit Analyseanfragen, die sich nicht auf die gesamte Bestandsposition, sondern nur auf einen Teil beziehen, werden in zwei Bestandspositionen aufgeteilt, da die Analysenummer als eines der Kriterien aufgefasst wird, anhand dessen sich Artikel physisch unterscheiden lassen. Die zu prüfenden Artikel wurden also physisch voneinander abgegrenzt (z. B. durch das Anbringen eines Labels).
Sämtliche physischen oder logischen Warenbewegungen (Zugang, Abgang, Lagerplatzänderung, Chargenänderung, Subchargenänderung, Verpackungsänderung) beziehen sich auf klar identifizierte Bestandspositionen. Diese werden mithilfe der detaillierten Reservierung identifiziert, wohingegen die globale Reservierung lediglich prüft, ob der Bestand für den spezifischen Bedarf ausreichend ist. Im Bestandsjournal finden sich daher parallel:
alle Elemente, durch die die bewegte Bestandsposition gekennzeichnet ist (jedoch kein Verweis auf einen eindeutigen Bezeichner, der sinnlos wäre, da die Position bei Nullbestand zwischenzeitlich aufgelöst worden sein kann)
ein Verweis auf den Originalbeleg (Lieferschein, Wareneingangsschein, Bestandsbewegungsabschnitt etc.).
Hingegen findet sich zur Bestandsposition kein Verweis auf denjenigen Originalbeleg, der zur Anlage der Position führte. Dies würde keinen Sinn machen, da mehrere Bewegungen zur Anlage einer gegebenen Position geführt haben können.
Alle physischen Bewegungen sind durch einen Beleg dokumentiert (Kopfzeile und Positionen). Jede Belegposition kann sich auf mehrere Bestandspositionen beziehen (zur Verwaltung dieses Falles öffnet sich ein Auskunftsfenster, in dem die betroffenen Bestandspositionen erfasst werden). Im Bestandsjournal wird pro erfasste Auskunft eine Position eingetragen, die wiederum auf den Originalbeleg sowie die Positionsnummer in diesem Beleg verweist.
An dieser Stelle soll anhand eines Beispiels gezeigt werden, wie Bestandspositionen im System verwaltet werden.
Hierfür wird angenommen, dass es einen Artikel mit Lagereinheit Meter und Verpackungseinheit Rolle gibt. Nun sollen 10 Rollen à 20 m im Bestand zugehen, 6 Rollen mit Status A1, 4 Rollen mit Status A2. Sämtliche Rollen gehören zu Charge L1 auf Lagerplatz E1 (es sind weder Subchargen noch Seriennummern definiert). Der Zugang wird auf dem Wareneingangsabschnitt 23 an Position 1.000 verzeichnet.
Weiterhin wird angenommen, dass sich der Zugangsartikel vor dem Zugang nicht auf Lagerplatz E1 befand.
Der Bestandszugang zieht folgende Elemente nach sich:
zwei automatisch mithilfe eines Nummernkreises nummerierte Bestandspositionen (z. B. die Positionen 735 und 736). Dort werden folgende Daten geführt:
| Nr. | Lagerplatz | Status | Charge | Einheit | Stückmenge | Menge |
| 735 | E1 | A1 | L1 | ROUL | 20 | 6 |
| 736 | E1 | A2 | L1 | ROUL | 20 | 4 |
zwei Zugangspositionen im Bestandsjournal. Jede dieser Zugangspositionen verweist per Angabe des Bewegungstyps, der Belegnummer (23) sowie der Positionsnummer (1.000) auf den Beleg und auf sämtliche die entsprechende Bestandsposition abgrenzenden Elemente. Es wird darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur Version 130 keine Verbindung mehr vom Journal zur Position besteht (dies gilt auch für die umgekehrte Richtung).
Es wird daraufhin die Entscheidung gefällt, zehn Meter dieses Artikels zu liefern (auf Lieferschein 45 an Position 2000), wobei die detaillierte Reservierung für die Bestandsposition 736 vorgenommen wird. Da die Bestandsentnahme nicht für eine ganzzahlige Anzahl von Verpackungen erfolgt, wird mithilfe eines gleichzeitig an die Einheit und an den Artikel gebundenen Parameters festgelegt, wie genau verfahren wird. Möglich sind drei Vorgehensweisen:
Die Bestandsposition kann umgepackt werden: Bei 4 Rollen à 20 Meter bleiben 3 Rollen à 20 Meter und weitere 10 Meter übrig. Es kann in diesem Fall eine neue Bestandsposition angelegt werden (z. B. 825), und Bestandsposition 736 wird ersetzt durch:
| Nr. | Lagerplatz | Status | Charge | Einheit | Stückmenge | Menge |
| 736 | E1 | A2 | L1 | ROUL | 20 | 3 |
| 825 | E1 | A2 | L1 | METER | 1 | 10 |
Es können unvollständige Einheiten angelegt werden: Bei 4 Rollen à 20 Meter bleiben 3 Rollen à 20 Meter und weitere 10 Meter übrig. Es kann in diesem Fall auch eine neue Bestandsposition angelegt werden (z. B. 825), und Bestandsposition 736 wird ersetzt durch:
| Nr. | Lagerplatz | Status | Charge | Einheit | Stückmenge | Menge |
| 736 | E1 | A2 | L1 | ROUL | 20 | 3 |
| 825 | E1 | A2 | L1 | ROUL | 10 | 1 |
Es können auch Teile von Einheiten angelegt werden: Die 4 Rollen à 20 Meter lassen sich so in 3,5 Rollen à 20 Meter umwandeln. Auf diese Art wird die Bestandsposition geändert, ohne dass eine zusätzliche Position angelegt wird.
| Nr. | Lagerplatz | Status | Charge | Einheit | Stückmenge | Menge |
| 736 | E1 | A2 | L1 | ROUL | 20 | 3,5 |
In allen drei Fällen wird der entsprechende Bestandsabgang mit Verweis auf Lieferschein 45, Position 2000, in das Bestandsjournal eingetragen.
Wenn per Verpackungsänderung oder geänderter Einheit eine neue Bestandsposition angelegt wird, so sind dieser Änderung im Bestandsjournal zwei Bewegungen zugeordnet: der Abgang der ursprünglichen Position und der Zugang der neuen Position. Diese Bewegungen vom Typ Geänderte Aufteilungsind mit einem Vorzeichen versehen (Abgang: -, Zugang: +) und nicht freigegeben.